24. Mai 2018

Die Ruinen des Weißen Hauses

Wer auf Grund der Überschrift hofft, dass Trampel Trump seinen Regierungssitz geschrottet hat, der wird enttäuscht. Es geht um Ruinen der Ureinwohner, die wir heute besichtigt haben. Aber erst mal der Reihe nach.

Frühmorgens der immer gleiche Ablauf, Medikation, den Körper auffrischen, Frühstücken, Packen. Heute geht’s nach Chinle zum Canyon de Chelly. Auch da waren wir schon im letzten Jahr, haben aber nur im Vorbeifahren ein bis fünf Blicke in den Canyon geworfen. Heute wollen wir hineinwandern und die Stimmung zumSonnenuntergang genießen.

Noch bevor es richtig los geht, befreie ich unseren Fluchtwagen erst mal vom Staub der Dirtroads der letzten Tage. Es geht mir weniger ums Aussehen, als vielmehr um die Tatsachen, dass man sich nicht jedes Mal einsaut, wenn man das Auto anfasst oder mal an den Kofferraum muss.

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Ich beim Entstauben des Fluchtwagens

Ich habe schon gestern nach der Route geschaut, die uns zeit- und wegoptimiert zum South-Rim des Canyon führen soll. Leider war die Planung nicht so optimal und so hatten wir irgendwann das Gefühl, wir sind hier falsch. Ehe die Straße dann richtig schlecht wird, sind wir lieber umgedreht und haben den Umweg über geteerte Pfade gewählt. Mit einem Stop zum Lunch am See hat es dann doch bis gegen 15 Uhr gedauert, bis wir da sind, wo wir hin wollen.

Die Straße war unbefestigt, aber gut zu fahren. Nur habe ich mich in dem Moment gefragt, warum ich das Auto am Morgen noch gewaschen habe…
Wheatfileds Lake…
…wo wir Lunch hatten. Die Schnittchen sind schon verzehrt und zum Nachtisch gibt es Melone.
Unterwegs haben wir einen alten Vulkanschlot gesehen, der uns an „Devils Tower“ in Wyoming erinnert hat

Wir fahren gleich zum Trail zu den „White House Ruins“ und machen uns auf den Weg auf 2,5 Meilen Roundtrip mit einem Höhenunterschied von 180 Metern. Ein großer Teil des Weges liegt noch in der Sonne und so ist es schon am Anfang eine schweißtreibende Angelegenheit. Die Landschaft ist aber auch traumhaft und so nehmen wir die strapazen in Kauf. Das Ziel, die White House Ruins sind nicht sooo spektakulär, also war hier eindeutig der Weg das Ziel. Auf dem Rückweg war schon mehr Schatten und irgendwie ging es rauf einfacher als runter. Nach etwa zweieinhalb Stunden waren wir k.o. aber glücklich wieder oben.

Hier startet der Trail zu den White House Ruins. Mit 2,5 Meilen eigentlich nicht lang, aber durch den Höhenunterschied und Temperaturen knapp unter 30°C schon eine kleine Herausforderung für uns.
Noch vom Overlook aus aufgenommen zeigt der Pfeil auf die Ruinen, die wir aus der Nähe betrachten wollen.
Der Weg selbst ist gut „ausgeschildert“
Der erste Tunnel
Streckenweise ging es über behauenen Fels…
…und ansonsten über geschotterte Wege. Für die Erholungsbedürftigen gab am gesamten Weg immer wieder Bänke zum Verschnaufen.
Der zweite Tunnel
Falls der Fluss im Canyon Wasser führt kann man den über diese Brücke queren. Bei uns war alles trocken. Das folgende Panorama entstand auf der Brücke.

Das Ziel der Wanderung, die White House Ruins, en gros…
…und en detail
An den ruinen tummelte sich auch eine Fototour der besonderen Art. Die Herren haben mit einer alten Plattenkamera verschiedene Motive schnappgeschossen.
Auf dem rückweg gab es dann diesen an die Canyonwand gepappten Arch…
…und auch der Mond hat zugeschaut.
Erosion schaft schon interessante Gebilde

Jetzt war nur noch Viewpointhopping angesagt und begonnen haben wir damit am Ende des Rimdrive, wo sich der Spider Rock befindet. Den konnte ich im schönsten Abendlicht auf die Speicherkarte bannen. Die weiteren Aussichtspunkte fuhren wir dann auf dem Weg zur Lodge noch an und ich habe ein paar Fotos gemacht.

Der Spider Rock im Abendlicht…
… und mit dekorativem Altholz im Vordergrund.
Zu guter Letzt noch ein Blick vom „Tunnel Canyon Overlook“

Der Canyon de Chelly ist ein äußerst sehenswertes Stück Natur. Der Kontrast aus den hohen roten Felsen und dem satten Grün am Grund des Canyons gefällt uns ausgesprochen gut.

Inzwischen ist es schon nach 20 Uhr und wir checken in der Thunderbird Lodge ein. Unser Zimmer ist geräumig, mit Kühlschrank, Kaffeemaschine und im Moment am Wichtigsten, einer Wanne mit Dusche. Nachdem der Staub abgespült ist, gibt es Abendbrot und ich strecke mich einen Moment auf dem Bett ehe ich mit Tippen und Bildersichten anfange. Ganz fertig werde ich wohl heute nicht, aber ein Großteil wird noch fertig. Ich mach den Rest dann morgen.

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