Vor- und Schlusswort


18. Januar 2020

Die Vorgeschichte zu dieser Reise ist schon etwas älter. Ich weiß nicht mehr, wann genau es gewesen ist, aber ein paar Jahre ist es schon her, dass wir eine Reportage über eine Bahnreise mit dem „Crescent“ von New Orleans nach New York gesehen haben. Der Link zu Youtube zeigt eine etwas kürzere Version, aber man findet in den Mediatheken des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auch ab und an mal die vollständige Reportage.

Die Reisezeit stand relativ schnell fest und folgte den gleichen Überlegungen wie immer. Möglichst viele Feiertage, die in der Woche liegen, reduzieren die Wahrscheinlichkeit für mich, Aufträge zu bekommen. Damit wiederum sind solche Wochen für Urlaub ideal.

Die Entscheidung, von Nord nach Süd zu fahren, kann ich garnicht mehr genau erklären, aber damit war klar, dass wir in New York beginnen und von dort aus nach Süden fahren. Auf Grund der zeitlichen Grenzen (maximal drei Wochen, eher ein paar Tage weniger) war auch die komplette Crescent-Route schnell aus dem Plan verschwunden. Mit ein paar Zwischenstationen, an denen wir die betreffenden Städte an zwei, drei Tagen erkunden wollen, bleibt nicht genug Zeit für eine Fahrt bis nach New Orleans.

Mitte Juli hatten wir das grobe Gerüst der Reise erstellt. Von New York über Philadelphia und Washington geht es nach Atlanta. Nach vier Städten war uns klar, dass wir noch ein bisschen Natur brauchen, also sollte in Atlanta dann ein Auto gemietet werden und Südstaaten-Flair bestaunt werden.

Für die Strecke von Washington nach Atlanta haben wir geplant, im Schlafwagen zu fahren. Auch wenn die Sitze in den amerikanischen Fernverkehrszügen sehr bequem und geräumig sein sollen, waren uns 13 Stunden über Nacht dann doch zu heavy. Preislich liegt so ein Schlafwagenabteil im mittleren dreistelligen Bereich (ob € oder $ spielt bei den aktuellen Wechselkursen keine Rolle mehr) und damit über den Kosten eines Fluges und dem dann noch nötigen Hotelzimmer. Ich habe gleich angefangen die Preise zu beobachten und als es innerhalb von wenigen Wochen zwei kleinere Preissteigerungen gab, habe ich zugeschlagen.

Also ich wollte zuschlagen ;). Ich habe das „letzte Abteil zu diesem Preis“ gebucht, unsere Zahlungsdaten angegeben und beim letzten Klick auf den Bestellbutton kam dann die Fehlermeldung, dass für unsere Strecke keine Verfügbarkeiten vorhanden wären. Nach dem ersten Ärger und weiteren Recherchen habe ich herausgefunden, dass die Buchungsroutine bei AMTRAK Probleme hat, aus einzelnen Teilstrecken eine Gesamtverfügbarkeit abzuleiten. Wenn wir mitten in der Nacht umgezogen wären bzw. eine Teilstrecke in der Touristenklasse gebucht hätten, hätte es vielleicht geklappt. Aber wer will das schon…

Die Alternative war dann der Flug von Washington nach Atlanta und die Buchung eines Hotels für die eine Nacht.

Zwischenzeitlich haben wir die Hotels gebucht, die Bahntickets für das Städtehopping gekauft und einen Mietwagen für die Runde ab Atlanta reserviert. Die Flüge nach New York und zurück ab Atlanta wurden im Oktober gebucht. Da es keine wirklichen Schnäppchen-Angebote gab, wird es mal wieder die Economy Class.

Ich habe dann in den letzten Wochen immer mal wieder an der Ausgestaltung der Reise gearbeitet und für die eine oder andere Aktivität Buchungen vorgenommen. Für weitere liegen schon Erinnerungen im Outlook, da manche Tickets erst in einem mal längeren, mal kürzeren Zeitfenster reserviert werden können. Zumindest erhöht die gelegentliche Beschäftigung mit der Reiseplanung die Vorfreude.

27. März 2020

Die Entwicklungen der letzten Tage haben uns klar gemacht, dass „Verreisen zum Vergnügen“ so schnell nicht wieder stattfinden wird. Hatten wir nach Verhängung der Einreisesperre für Europäer am 12. März noch gemeint, dass auch nach einer Verlängerung derselben noch die Hoffnung besteht, den Urlaub antreten zu können, so ist diese Hoffnung inzwischen erloschen.

Selbst wenn man dürfte, würden wir nicht mehr fliegen. Wir haben keine Lust auf Corona-Party in New York. Zum Glück haben wir alle Hotels stornierbar und ohne Anzahlungen gebucht. Das Geld für die Flüge werden wir wohl nur als Gutschein zurück bekommen. Wie die Stornierung der Inlandsflüge und der Bahnfahrkarten abläuft muss ich noch in Erfahrung bringen. Hier werden uns Gutscheine nix nützen, da wir zumindest in diesem Jahr keinen Bedarf dafür haben werden. Der Mietwagen ist zum Glück auch stornierbar und wir hoffen Hertz erstattet unkompliziert die bereits geleistete Zahlung. Mal die Tickets bei Lufthansa außen vor gelassen sind es keine 700 Euro, die wir schon (an-)gezahlt haben und wenn auch nur ein Teil erstattet wird können wir damit leben. Anderen dürfte es da deutlich mehr weh tun, wenn bezahlte Tickets nicht zeitnah erstattet werden.

Was bleiben wird ist, eine gewisse Traurigkeit, habe ich bzw. haben wir doch einiges an Herzblut in die Planung gesteckt. Eigentlich hätte die Vorfreude exponentiell steigen sollen und nicht die Infektionszahlen durch das dämliche Virus.

Uns tröstet ein wenig, dass wir die Reise jederzeit später doch noch machen können und nicht nochmal alles neu planen müssen. Und dann klappt es vielleicht auch mit dem Schlafwagenabteil 😉

22. Mai 2020

Ich hatte zwischenzeitlich überlegt, ob ich auch ohne Reise hier Tagesberichte poste, aber irgendwie fehlt mir der Elan dafür. Seit dem letzten Update ist wieder einiges passiert.

Nach einigem Hin und Her haben wir die Zahlungen für die Bahntickets erstattet bekommen. Bei den Flügen sind wir immer noch der Meinung, dass wir mit den Gutscheinen keinen Fehler machen. Delta Airlines hat uns Gutscheine mit Einlösung bis Ende 2022 angeboten und da wird sich schon eine Möglichkeit zum Einbau in eine Reise durch die USA bieten.

Bei Lufthansa muss ich noch im Detail klären, wie das Guthaben verwendet werden kann. Die beiden Flüge zu dieser Reise sind auf jeden Fall von Seiten der Airline annulliert worden. Von daher könnten wir auch das Geld zurück fordern. Die Flüge für den Enkelurlaub auf Mallorca werden wir auch nicht nutzen. Allerdings wissen wir noch nicht, ob es hier zur Annulierung kommt bzw. ob die Einreisesperre im Juni noch gilt.

Die Tickets beider Reisen würde ich auch zusammenlegen, um damit die Flüge nach Florida über Silvester zu bezahlen, aber auch da sind wir noch nicht sicher, ob wir dann reisen können und wollen. Hier besteht noch einiger Klärungsbedarf.

Bis auf die Tickets für das „Washington Monument“ haben wir alle anderen Vorauszahlungen wieder zurück bekommen. Das Hotel auf Mallorca hat die Stornierung akzeptiert und das Geld zurück überwiesen. Auch die Mietwagenbuchungen für USA und Mallorca sind storniert und erstattet worden.

Unser Urlaub gestaltet sich jetzt anders als geplant. Nun heißt es „Hundshaupten statt Hudson Yards“ und „Weimar statt Washington“. Wir werden halt die eine oder andere Aktivität im heimischen Umfeld und im Rahmen der aktuellen Möglichkeiten nutzen.